Making - Trace - Form
Während im Atelier Objekte entstehen, bildet sich parallel eine eigenständige visuelle Realität. Before the Object: Traces of Making. Auf Hilfsmaterialien verdichten sich Farbspuren, Ablagerungen, Überlagerungen und gestische Setzungen zu komplexen Bildfeldern. Was ursprünglich dem Arbeitsprozess dient, löst sich von seiner Funktion und gewinnt autonome Präsenz.
Die Arbeiten entstehen nicht als Darstellung, sondern als unmittelbare Folge einer künstlerischen Handlung. Sie speichern Bewegungen, Entscheidungen und materielle Begegnungen. Jede Oberfläche wird zum Archiv eines Entstehungsprozesses, in dem Zufall und Intention, Kontrolle und Offenheit miteinander in Beziehung treten.
Die Bildräume erinnern an mikroskopische Landschaften, organische Strukturen oder kosmische Formationen. Sie eröffnen einen Blick auf jene Ebene des Schaffens, die dem fertigen Objekt vorausgeht und im Werkprozess meist unsichtbar bleibt.
Making – Trace - Form verschiebt den Fokus vom Resultat auf dessen Genese. Die Spuren des Arbeitens werden nicht als Residuen verstanden, sondern als eigenständige Werke, die den Moment der Transformation sichtbar machen: den Zustand, in dem Form noch im Werden begriffen ist.
Before the Object: Traces of Making versammelt Zeugnisse eines kreativen Mikrokosmos – Bildwelten an der Schwelle zwischen Handlung und Objekt, Prozess und Form.