Die Werkreihe MASCHINENzeichnungen verlagert den künstlerischen Prozess in das Innere eines technischen Geräts und macht den Kopierer selbst zum zeichnenden Instrument. Ausgangspunkt ist der linear über die Glasplatte wandernde Lichtbalken, dessen gleichmäßige Bewegung üblicherweise der möglichst exakten Reproduktion dient. Hier jedoch wird diese Konstanz gezielt unterlaufen und als gestalterisches Mittel eingesetzt.
Der Künstler nutzt die zeitliche Struktur des Kopiervorgangs, indem er sein Gesicht direkt auf die Glasfläche legt und während des Scanvorgangs in Relation zum Lichtbalken bewegt. Durch das Mitgehen mit dem Licht entstehen Zonen relativer Schärfe, während das Gegenziehen Verzerrungen, Streckungen und Unschärfen hervorruft. Das Bild wird so nicht in einem einzigen Moment erfasst, sondern entfaltet sich als zeitbasierte Spur einer Bewegung – eine Art performativer Zeichnung mit Licht.
Die resultierenden Arbeiten fluktuieren zwischen fotografischem Abdruck und grafischer Transformation. Gesichtszüge werden fragmentiert, gedehnt oder verdichtet; physiognomische Merkmale lösen sich in Linien, Flächen und rhythmische Strukturen auf. Der Kopierer, eigentlich ein Instrument der präzisen Vervielfältigung, erzeugt Bilder, die von Instabilität und Dynamik geprägt sind.
Indem der Künstler selbst zum Motiv wird und gleichzeitig aktiv in den Entstehungsprozess eingreift, verschränken sich Autor, Werkzeug und Bild auf unmittelbare Weise. Die MASCHINENzeichnungen sind somit weniger Reproduktionen als vielmehr Aufzeichnungen eines Zusammenspiels von Körper, Bewegung und Maschine – visuelle Protokolle eines Moments, in dem Kontrolle und Kontrollverlust ineinandergreifen.
MASCHINENzeichnungen
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